Eine kurze Geschichte über das Haus ­
"Papenstrasse 24" in Lemgo

Das heutige Hotel & Restaurant Stadtpalais wurde um 1565 von Franz II von Kerßenbrock auf dem Gründstück errichtet, das sein Vater 1532 einem gewissen Cordt Flörke abgekauft hatte. Franz heiratete 1567 Anna von Canstein, verstarb jedoch schon 1576. Seinem Epitaph in der Lemgoer Nikolaikirche ist zu entnehmen, wie und warum der Ritterstand dargestellt wurde. Die Inschrift erteilt seinen Kindern einige Lebensmaßregeln mit dem Schluß: „ Diese Regeln seien Euch das ritterliche Ziel“. Der Erker mit den Wappentafeln betont auf der Herkunft und so sind die Wappen von der Mitte aus zu den Rändern hin in der Reihenfolge der Generationen zu lesen: Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. In seiner Leichenpredigt heißt es, Franz sei „auff vunterschiedene zeiten ein Kriegsmann in Franckreich, und an andern Orten gewesen, vud (habe) hohe Empter bedient“, möglicherweise die Hugenottenkriege sind damit gemeint. Diese Söldnerdienste werden auch als Quelle des Vermögens angesehen und zum Ende seines Lebens besaß er vier weitere Güter sowie Papenstrasse 24. Anna von Canstein hielt sich abwechselnd auf dem Lemgoer Hof und einem pfandbesitzlichen Hof in Helfta bei Eisleben in der Grafschaft Mansfeld auf. Sie erwies sich später als eine unternehmerische Figur mit ihren eigenen Bauplänen.

Das Gründstück nebenan, Papenstrasse 22 - heute ein Zahnarztpraxis und Privatwohnung - war in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bereits im Besitz von Arnd von Kerßenbrock, Onkel von Frank. Arnds Sohn Gerlach baute auf diesem Grundstück 1562 das bestehende Haus. Fast ein ganzer Häuserblock befand sich also in von Kerßenbrockscher Hand.1659 wurde der Hof vom Verwalter der Armenkiste der Nikolai-Armen an Jakob Henrich von Zütterich, gräflich lippischen Rat und Drosten zu Schwalenberg verkauft. Die verschlungenen Initialen auf dem Kamin gehören Herrn von Zütterich und seiner Ehefrau. Umgearbeitet um 1660-70, einer von verschiedenen Änderungen welche er als Hausherr unternahm. Um 1770 war das Haus im Besitz des Stadtsekretärs Petri, 1838 kam es an die lippische Regierung und diente als Hauptsteuer-, und Zollamt, danach als Arbeitsamt. 1970 erwarb es der Kunsthändler Ernst Rosteck und baute es zum Hotel und Restaurant Stadtpalais um.

1973 wurden zahlreiche Architekturteile aus dem kurz zuvor abgebrochenen niedersächsischen Renaissanceschloß Eimbeckhausen (Kreis Springe am Deister, durch Claus von Haus erbaut um 1610) eingegliedert.

  • Auslucht im Festsaal & Garagentor, als Fassade eingebaut für den einschössigen Tabakschuppen nach 1883 errichtet.
  • Hofportale zum Hotel- und Restauranteingang, Hoffenster.
  • Türgestell zur Rezeption, und zwei weitere Türgestelle in der Rezeption.
  • Wandbrunnen in der Eingangshalle

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